Vor dem Urlaub ist nach dem Urlaub.
Vor dem Urlaub ist nach dem Urlaub. Bild: CANVA
Nur noch etwas durchhalten.
Dann haben wir Urlaub.
Dann können wir uns entspannen. Endlich!
Sonne, Strand, Meer, vereinzelte Ausflüge, in den Tag hineinleben -> Erholung pur.
Und dann energiemässig aufgetankt zurück in den Alltag.
So jedenfalls hatten wir uns das vorgestellt.
Was wir nicht im Blick hatten, war, dass unsere Reserven für Unvorhergesehenes und unsere Frustrationstoleranz ebenfalls bereits aufgebraucht waren.
Es brauchte nicht viel ("Oh Mann, ich hab meine Zahnbürste daheim vergessen!" oder "Wieso können die am Strand nicht das nervige Musikgedudel sein lassen?!") und die Emotionen spielten Achterbahn.
Dass das auch Spannungen in der Beziehung mit sich bringt, kannst du dir vorstellen. Und dazu erholen wir uns auch noch komplett unterschiedlich:
Ich brauch Ruhe, am liebsten den Liegestuhl und nichts tun. Mein Mann braucht Aktivität, um runterzukommen – Gegend entdecken, irgendwas machen. Zwei erschöpfte Personen, zwei gegensätzliche Erholungsstrategien – logisch, dass das nicht immer auf Anhieb zusammenpasst.
Nach ein paar Tagen stellte sich etwas Entspannung ein, doch kaum zu Hause puff Erholungsniveau in kürzester Zeit wieder nicht existent.
"Weshalb ist das so?", fragte ich mich genervt.
Im Austausch mit meinem Mann kam die Erkenntnis:
Unser "Akku" war vor dem Start in den Urlaub bereits leer. Die zwei Wochen Auszeit hatten lediglich dazu beigetragen, das Energielevel auf ein Minimum anzuheben, aber nicht vollständig zu laden.
Wie die Autobatterie im Winter, bei der die Kälte ständig Strom abzapft, aber sie nie ganz voll bleibt. Wenn die Batterie zudem bereits älter ist (ähem) und der Winter länger andauert, kann es geschehen, dass die Spannung zusammenbricht und der Motor gleich wieder abstirbt. Ruckel, ruckel, Stille.
Die Lösung?
Beim Auto braucht es dann oft eine gute Runde Aufladen oder eine neue Batterie.
Mein Fazit für uns:
Vor dem Urlaub ist nach dem Urlaub.
Das bedeutet:
1. Termine und Arbeitspensum das Jahr über mit ausreichenden Puffern planen. Macht den Alltag weniger dicht.
2. Miniauszeiten bewusster über das Jahr verteilt einbauen. So hecheln wir nicht auf den grossen Urlaub, sondern teilen unsere Energie besser ein.
3. Im Voraus über die Erwartungen an den Urlaub und die Form der Erholung mit dem Partner reden. Jeder erholt sich anders (siehe oben: Liegestuhl vs. Aktivität 😉). Sucht Wege, diese ggf. zu kombinieren.
4. "Rückkehrpuffer" einplanen und ggf. bereits Freitag zurückkommen statt Samstag oder Sonntag. (Wäsche machen einberechnen!)
5. Einstieg in den Arbeitsalltag möglichst sanft planen. Weniger Termine in den ersten Tagen, Aufgaben ohne Deadlines.
Wart ihr auch schon im Urlaub gereizter als sonst? Was war bei euch der Auslöser?

