«Ihre Werte sind alle im Normalbereich.» Und trotzdem stimmt etwas nicht.
«Ihre Werte sind alle im Normalbereich.» Und trotzdem stimmt etwas nicht.
«Ihre Werte sind alle im Normalbereich.»
Und trotzdem stimmt etwas nicht.
In meinen Workshops und in Gesprächen mit Frauen und Freundinnen in meinem Umfeld höre ich es immer wieder.
Um 3 Uhr wach, der Kopf rattert. Am Morgen gereizt, weil jemand die Milch nicht zurück in den Kühlschrank gestellt hat.
Und mitten im Satz vergessen, was man sagen wollte. (Und das sind nur einige wenige der Symptome.)
Und trotzdem läuft alles weiter: der Job, die Familie, der Zahnarzttermin am Donnerstag, das Elterngespräch am Montag.
Nur kostet jeder dieser Punkte gefühlt doppelt so viel Kraft wie vor ein paar Jahren.
Also macht man weiter. Und fragt sich leise, ob man sich einfach nicht genug zusammenreisst.
Ich kenne das.
Hausarzt, Herzspezialist, HNO, Frauenärztin.
Vier Fachpersonen, mehrere Blutentnahmen, jedes Mal mit der heimlichen Hoffnung auf eine Erklärung. Und jedes Mal derselbe Satz:
«Ihre Werte sind alle im Normalbereich.»
Ich habe genickt. Danke gesagt.
Und stand kurz darauf wieder draussen, so ratlos wie vorher. Nur jetzt ohne die Hoffnung auf eine Erklärung.
Beim nächsten Arzt ging es von vorne los.
Eine Blutentnahme zeigt die Hormonwerte an einem einzigen Tag, zu einer einzigen Uhrzeit.
In der Perimenopause können diese Werte aber von Woche zu Woche stark schwanken.
Ein Wert im Normalbereich sagt deshalb wenig darüber, wie es dir an den restlichen Tagen geht.
Zwischen «Das sind halt die Hormone» und «Ich bin einfach überfordert» passte mein eigenes Erleben oft nicht mehr hinein.
Das Anstrengendste waren gar nicht die schlechten Nächte.
Es war, keine Worte dafür zu haben.
Wenn du nicht sagen kannst, was los ist, fängst du an, an dir selbst zu zweifeln.
Und irgendwann glaubst du dem Laborbericht mehr als deinem eigenen Körper.
Vielleicht liegen deine Blutwerte im Normalbereich.
Dein Erleben ist trotzdem echt und verdient es, ernst genommen zu werden.
Es braucht nur Sprache dafür.
Ein Tipp für deinen nächsten Termin
Schreib dir vorher auf, was du erlebst.
Notier es über mehrere Wochen zusammen mit deinem Zyklus und nimm dann diesen Zettel mit an den nächsten Termin. Nicht als Diagnose, sondern so, wie es sich im Alltag zeigt.
Wann wachst du nachts auf? Wobei reagierst du gereizter als früher? Was vergisst du, das dir früher nie passiert wäre?

