Wenn einer von beiden plötzlich still wird...

Eine Geschichte:

Heute

Wieder lässt Stephan ein gemeinsames Abendessen sausen, weil er dringend arbeiten muss.

Und das kurzfristig und natürlich unerwartet - ja klar!

Es ist ja nicht so, dass sie sein Engagement grundsätzlich nicht anerkennen oder seine Arbeit unterstützen würde.

Silvia weiss, wieviel ihm an daran liegt, seine neue Führungsposition gut zu managen.

Doch da ist auch die leise Stimme, die immer lauter wird:

”Wieder spiele ich nur zweite Geige!

Wieder ist ihm die Arbeit wichtiger, als ich. Als die Kinder.”

Das tut weh.

Und gleichzeitig vermisst sie die Momente, wo sie Zeit für sich hatten und einfach geredet haben.

Über Gott und die Welt.

Über ihre Herausforderungen und was sie zum Lachen bringt.

Das fehlt.

Doch sie versucht ja auch Verständnis zu zeigen.

Jeder Anfang ist schliesslich schwer.

Zwei Jahre später

Viel hat sich nicht geändert.

Sie vermisst die Beziehung, die sie mal hatten.

Früher.

Silvia hat versucht ihm zu erklären worum es ihr geht.

Mal ruhig.

Mal lauter.

Auch mit ihren Sorgen um die Kinder fühlt sie sich von ihm im Stich gelassen.

Jedes Mal, wenn sie dies anspricht reagiert Stephan defensiv und beinah beleidigt. “Du wusstest, dass das für mich eine grosse Sache ist, als wir das gemeinsam besprochen und entschieden haben. Es ist nicht fair mir nun deswegen Vorwürfe zu machen.”

Stephan fühlt sich nicht wertgeschätzt in seiner Anstrengung. Schliesslich könnten sie sich dann endlich die Dinge leisten, die bisher nicht möglich waren. Nur noch etwas durchhalten…

Vorwürfe sind nicht Silvias Absicht. Doch die ständige Zurückweisung verletzt.

Also zieht sie sich zurück und schweigt.

Ein weiteres Jahr ist vergangen

Langsam fasst Stephan Fuss in seiner Rolle.

Er geniesst den Austausch mit Kollegen und freut sich an seiner Karriere.

Die Bauchschmerzen, wie zu Beginn, als er mit seinen Unsicherheiten kämpfte, treten nur noch selten auf.

Und endlich hat auch Silvia aufgehört an ihm herumzunörgeln!

Sie hat wohl verstanden, wie wichtig der Job für ihn ist und er damit ja seine Familie versorgt.

In einer ruhigeren Phase wird er sie mal schick ausführen.

Das hat er sich fest vorgenommen.

Zwei Jahre danach

Endlich fühlt sich Stephan in seiner Rolle als Führungskraft so richtig wohl.

Er verdient gut, sie können sich ein neues Auto leisten.

Auch Freizeit ist wieder vermehrt möglich.

Ebenso kann er das schicke Essen mit Silvia endlich planen.

Leider kam bisher immer etwas dazwischen.

Nur…

…zu Hause ist es nicht mehr so, wie es war.

Er kann zwar den Finger nicht genau drauf legen, aber er stellt fest, dass Silvia seine Erfolge schon einen Weile nicht mehr mit derselben Begeisterung mitfeiert, wie früher.

Sie freut sich nicht mehr so über Blumen.

Seine Versuche wieder mehr Zeit mit ihr zu verbringen werden beinah mit Misstrauen und Ablehnung beantwortet.

Seine einst so fröhliche, unterstützende Frau hat sich verändert.

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Was ist wohl passiert? Was meinst du?

*Hinweis: Diese Geschichte steht stellvertretend für viele ähnliche Situationen, die wir in unserer Beratung antreffen. Selbstverständlich wurden keine echten, aktuellen Namen verwendet.

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Beziehungs-Krisen vermeiden - geht das?