Warum Umbruchphasen wie die Wechseljahre alte Beziehungsthemen wieder aktivieren.

Bild: CANVA

Plötzlich sind sie wieder da.
Die alten Zweifel. Die alten Beziehungsthemen. Die Fragen, von denen du dachtest, sie längst hinter dir gelassen zu haben.

Das fühlt sich an wie ein Rückschritt. Wie persönliches Versagen.
Als hättest du etwas falsch gemacht oder nicht gut genug „an dir gearbeitet“.

Doch genau das ist meist nicht der Fall.
Umbruchphasen bringen keine neuen Probleme – sie machen sichtbar, was bisher mit Kraft, Anpassung oder Funktionieren in Schach gehalten wurde.

Weshalb ist das so?

In stabilen Phasen tragen wir vieles mit. Ohne Worte, oft unbewusst.
Wir regulieren uns, relativieren, passen uns an, halten Spannungen aus.
Nicht, weil sie gelöst sind – sondern weil wir genug Energie haben, sie zu kompensieren.

Umbruchphasen verändern das.
Der Körper braucht mehr, die emotionale Toleranz sinkt, Sicherheiten bröckeln.
Was vorher „ging“, geht plötzlich nicht mehr.

Dann ist es Zeit innezuhalten und genau hinzuschauen.

Und du darfst wissen: Es ist kein Zeichen von Schwäche!
Es ist ein Zeichen davon, dass die Rechnung nicht mehr aufgeht.

Was verändert sich?

Durch die hormonelle Veränderung geht uns auch ein “Filter” flöten. Das was beispielsweise das Östrogen abgefangen hat - wie ein Puffer - verliert an Wirkung. Besonders hart trifft es Beziehungsthemen.
Nähe, Autonomie, Selbstwert, Grenzen – all das, was wir im Alltag oft pragmatisch regeln oder stillschweigend aushandeln.

In Umbruchphasen funktionieren diese stillen Verträge nicht mehr.
Wer sich sonst anpasst, spürt plötzlich Widerstand.
Wer sonst trägt, wird müde.
Wer sonst schweigt, wird gereizt oder zieht sich zurück.

Wichtig!

Körperliche Veränderung ist kein Hintergrundrauschen.
Sie beeinflusst Stimmung, Belastbarkeit, Schlaf, Lust und Rückzug.

Wer das ignoriert, macht aus einer Belastung ein Charakterthema.
Und wer sich selbst dafür verurteilt, verschärft den Druck zusätzlich.

Aber keine Angst:

Du bist nicht falsch - Du bist im Umbau!

Umbruchphasen sind kein Beweis dafür, dass etwas schiefgelaufen ist.
Sie sind der Moment, in dem alte Strategien nicht mehr tragen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Warum bin ich wieder hier?“

Sondern:
„Was konnte ich bisher mittragen – und was muss jetzt wirklich geklärt werden?“

Inwiefern findest du dich darin wieder?

 

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Das geht vorbei! Dachte ich.